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kamera


Als ich abends mal in Madrid in einem Park war, hab ich meine kleine billige Digitalkamera an ihre Grenzen gebracht, indem ich im Halbdunkeln einen Baum photografieren wollte. Das blöde Ding hat ewig belichtet und die maximale ISO eingestellt. Das Ergebnis waren Bilder in wunderschönen Blautönen die trotzdem alle nichts waren, weil sie total verwackelt, grieselig oder beides waren. An diesem Abend hab ich zum ersten mal ernsthaft darüber nachgedacht, mir eine digitale Spiegelreflex zu kaufen. Nach langer Bedenkzeit (irgendwie so 3-4 Monate) und meiner triumphalen Rückkehr aus Spanien, einem Haufen von Artikeln über die verschiedensten Hersteller, einer Eingrenzung und Nachfragen bei glücklichen Kamerabesitzern und Händlern, entschied ich mich für eine Nikon D5000. Hauptgrund war, dass sich die Kamera beim Halten und Bedienen einfach besser anfühlte, als vergleichbare Geräte (in Preis und Technik) von der Konkurrenz.
Nachdem ich das Objekt meiner Begierde mein Eigen nennen konnte, war ich natürlich gleich dabei zu knipsen, ohne mir jemals Gedanken gemacht zu haben, wie ein gutes Bild auszusehen hat. Weil die Ergebnisse mich, wie zu erwarten, nicht vom Hocker rissen, hab ich mir dannerstmal "Die neue Fotolehre" von Andreas Feininger zu Gemüte geführt.
In dem Buch geht es zwar um die im Erscheinungsjahr 1965 aktuelle analoge S/W- und Farbfilm-Photografie, jedoch gibt es auch ausführliche Kapitel über Bildaufbau, Farbkomposition, Motivwahl usw. Leider ist das ganze Buch, abgesehen von kurzen Erläuterungen bei den Bildern im Mittelteil, eher abstrakt.
Ein weiteres Buch, dass mir sehr geholfen hat, meine Bildkomposition zu verbessern ist "Wie Bilder wirken" von George Barr. Hier werden Stilmittel, Technik und Komposition mit Bildern erklärt, wobei ein klarer Schwerpunkt auf den Bilder und ihren Photographen liegt. Die Technik wird nur am Rande erwähnt.

Ich photografiere am liebsten an ruhig Orten, an denen mich die Hektik des Alltags nicht umgibt, möchte dabei aber trotzdem den Bezug zum Einfluss des Menschen auf seine Umwelt nicht verlieren, da die Landschaft in Mitteleuropa stark vom Menschen geprägt ist, so dass echte Naturphotographie hier fast nicht oder nur in kleinen Bildausschnitten möglich ist. Für mich zählt die Ästhetik des Motivs auf dem Photo deswegen mehr als seine Natürlichkeit.
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